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Die Geschichte des Brunnenviertels

Das Brunnenviertel wird beschrieben als das Gebiet zwischen der Bernauerstraße und dem Bahnhof Gesundbrunnen beiderseits der Brunnenstraße. Es wird begrenzt von der Bernauerstraße, der Gartenstraße, der Gustav-Meyer-Allee und durch den Straßenzug Ramlerstraße, Graunstraße, Wolliner Straße.

Vor den Toren der Rosenthaler Vorstadt befanden sich noch im 19. Jahrhundert die Äcker der Berliner Bürger und auf dem Gartenplatz der Galgen der Stadt. Die letzte Hinrichtung fand im Jahre 1837 statt.

Als die Stadt Berlin wuchs, wurden für die Arbeiter der AEG einfache Quartiere geschaffen, mit einfachem Standard, Klo eine halbe Treppe tiefer. In diesem sozial sehr schwierigen Viertel lebten die armen Leute Berlins. In der Ackerstraße 132/133 befand sich bis 1972 der berüchtigte "Meyers Hof", eine Mietskaserne mit sechs Hinterhöfen.

Kein Wunder, dass der Senat Berlin das ganze Brunnenviertel zum Sanierungsgebiet erklärte, die ehemaligen Bewohner umsetzte, oft in das Märkische Viertel, teils auch unter großen Protesten der jungen Leute, die in die billigen Wohnungen gezogen waren. Es wurden großzügige Neubauten errichtet mit Fahrstuhl, Essecken und großen Balkons. Die neuen Bewohner waren zufrieden, endlich mit ihren Kindern in geräumige Wohnungen mit viel Grün auf den Höfen zu ziehen.

Dann wurden die Kinder flügge, die Eltern zogen woanders hin in kleinere Wohnungen und neue Mieter kamen. Diesmal waren es die Migranten aus aller Welt, die nichts über die Geschichte des Viertels kannten, sich schlecht in die gewachsenen Strukturen einlebten. Das Zusammenleben in den Häusern wurde schwieriger. Es ist eine Aufgabe des Stadtteilvereins und des Stadtteilmanagements, Ideen für eine gemeinsame Zukunft im Brunnenviertel zu entwickeln.

 

Der Name "Brunnenviertel"

Das Gebiet hatte laut Auskunft des Heimatmuseums Wedding nie einen besonderen Namen. Am ehesten hieß das Gebiet noch Gesundbrunnen, doch die Brücke über die Bahn war schon immer eine natürliche Grenze, die von den Bewohnern selten überschritten wurde.

Als die Degewo 1999, wegen der Probleme im Gebiet ein Stadtteilmanagement einsetzte, war eine der ersten Handlungen, einen treffenden Namen zu finden. Die 5000 Mieter der Degewo wurden gebeten, sich an der Namensfindung zu beteiligen. Es gab viele Vorschläge. Den größten Zuspruch erhielt die Bezeichnung "Brunnenviertel" und wurde entsprechend ausgewählt und in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommen. 

 

Literatur über das Gebiet

Die Geschichte der Brunnenstraße 

Vom Rosenthaler Thor zum Gesundbrunnen (Dokumentation)

Edition Berlin Street im Selbstverlag